Interdisziplinäres Seminar im Meeresnaturschutz

im Wintersemester 2008/09

 



Prof. Dr. Detlef Czybulka
Peter Kersandt
Dr. Jochen Chr. Krause
Dr. Arne Schoor

Die Nord- und Ostsee und ihre natürlichen Ressourcen stellen bedeutende Wirtschaftsfaktoren dar. Allerdings sind die menschlichen Nutzungen des Meeres wie die Schifffahrt, die Fischerei, der Sand- und Kiesabbau oder die Errichtung von Offshore-Windparks mit erheblichen Einwirkungen für marine Pflanzen- und Tierarten und deren natürliche Lebensräume verbunden.
Unser Seminar zum Meeresnaturschutz soll die aktuellen Probleme im Meeresnaturschutz bestimmen und fachübergreifend Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.



Foto: © WWF/ Bernd Lämmel

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Studierende der Biologie und der Rechtswissenschaften im Hauptstudium (v.a. Meeresbiologie, Ökologie, Jura Schwerpunkt 5: Umwelt und Planung). Eine grundlegende Orientierung im Kontext des Meeresnaturschutzes wird in Form von Einführungsveranstaltungen aus biologischer, juristischer und angewandter Sicht vermittelt und gemeinsam erschlossen. Im Rahmen von grundsätzlichen und aktuellen Themen mit biologischen, juristischen und angewandten Schwerpunkten werden durch die Seminarteilnehmer nachfolgend in einer Wochenendveranstaltung grundlegende Aspekte des Meeresnaturschutzes u. a. in Form von Vortrag und Diskussion beleuchtet. Das interdisziplinäre Seminar orientiert darauf, die Ziele und vielseitigen Interessen im Umfeld des Meeresnaturschutzes widerzuspiegeln, die Grenzen und Funktionen unterschiedlicher Betrachtungsebenen (u. a. Natur- und Rechtswissenschaft, praktische Philosophie) herauszuarbeiten und in Beziehung zueinander zu setzen. Neben der Vermittlung von Fachwissen ist das fachübergreifende Kommunikationstraining ein gewünschter Nebeneffekt und wesentlich für den kollisionsarmen Einstieg in das Berufsleben von Absolventen, die später im gesellschaftlich spannungsreichen Feld des Natur- bzw. Umweltschutzes aktiv werden wollen bzw. müssen.

 


Juristische Themen
  1. Meeresnaturschutz und Meeresschutzgebiete (MPAs)
    1. Seevölkerrechtliche Vorgaben für den Schutz mariner Ökosysteme, mariner Arten und ihrer natürlichen Lebensräume durch die Einrichtung von Meeresschutzgebieten (MPAs) – Das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (SRÜ) und die internationale Staatenpraxis
      Bearbeiter(in): -
    2. Der Schutz der biologischen Vielfalt von Nord- und Ostsee durch regionale Meeresschutzabkommen (OSPAR- und Helsinki-Übereinkommen) – Die gemeinsame OSPAR- und HELCOMStrategie zur Errichtung eines Netzwerkes von Meeresschutzgebieten bis zum Jahre 2010: Rechtsgrundlagen und Stand der Umsetzung
      Bearbeiter(in): -
    3. „Natura 2000“ im marinen Bereich – Der Schutz der natürlichen Lebensräume und Arten von Nord- und Ostsee durch das europäische Habitatschutzrecht (Vogelschutz- und FFH-Richtlinie)
      Bearbeiter(in): -
  2.  

  3. Die Nutzung des Meeres und seiner nat ürlichen Ressourcen
    1. Fischerei: Zuständigkeiten für Beschränkungen der Fischerei in Natura-2000-Gebieten in der AWZ und auf dem Festlandsockel (§ 38 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG)
      Bearbeiterin: Annika Hauke
    2. Marine Aquakultur: Seevölkerrechtliche sowie umwelt- und naturschutzrechtliche Bewertung der Pläne für eine Ausweitung der Aquakultur / Marikultur in der AWZ, insbesondere für eine Miesmuschel- und Algenzucht in Offshore-Windparks
      Bearbeiter(in): -
    3. Marine CO2-Sequestrierung: See- und umweltrechtliche Vorgaben für die Abscheidung von CO2 bei der Erdgasgewinnung und dessen Speicherung in salinen Aquiferen im Meeresboden
      Bearbeiter(in): -
    4. „Verlärmung“ der Meere: Unterwasserlärm durch Offshore-Anlagen, seismische Untersuchungen oder die Sand- und Kiesgewinnung kann bei Meeressäugetieren zu Veränderungen des natürlichen Verhaltens und lebensbedrohlichen körperlichen Schäden führen. Werden Meeressäugetiere durch das Seevölkerrecht sowie das internationale Umwelt- und Naturschutzrecht ausreichend vor Unterwasserlärm geschützt?
      Bearbeiter(in): -
  4.  

  5. Umweltprobleme der Seeschifffahrt – umwelt- und haftungsrechtliche Fragen
    1. Haftung für Ölverschmutzungsschäden in der Seeschifffahrt
      Bearbeiter: Jan-Eike Andresen
    2. Die Regelungen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (SRÜ) und der Biodiversitätskonvention (CBD) zur Zuführung gebietsfremder Arten und die wesentlichen Vorgaben des Ballastwasser-Übereinkommens für die Überwachung und Behandlung von Ballastwasser
      Bearbeiter(in): -
  6.  

  7. Die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie und ihre Relevanz für den Meeresnaturschutz
    Beschreiben Sie den wesentlichen Regelungsgehalt der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (2008/56/EG) und ihre Relevanz für den Meeresnaturschutz!
    Bearbeiter(in): -


Termine

Datum Ort Inhalt
29. Oktober 2008 Raum 1342, Warnemünde Themenvergabe nur für Abschichter
18. November 2008
(18.00- 19.30 Uhr)
Fachbereich Biologie, Raum 203
Albert-Einstein-Straße 3
inhaltliche Einführung in das Meeresnaturschutzrecht
16. Dezember 2008
(18.00- 19.30 Uhr)
Fachbereich Biologie, Raum 203
Albert-Einstein-Straße 3
organisatorische Einführung
23. - 25. Januar 2009
(Wochenendseminar)
Biologische Station Zingst Abschlussveranstaltung: Referate, Exkursion, Party
bis 31. März 2009   Abgabe der schriftlichen Ausarbeitungen


Rückfragen

Für Rückfragen steht Herr Prof. Dr. D. Czybulka

Außenstelle Warnemünde, Zimmer 1344
Tel.: (0381) 498 8250
E-Mail: detlef.czybulka@uni-rostock.de

gern zur Verfügung.