Meereszonen



Innere Gewässer und Küstenmeer

In seinen inneren Gewässern (internal waters), also in den landwärts der Basislinie des Küstenmeers gelegenen Gewässern (Art. 8 Abs. 1 SRÜ), hat der Küstenstaat uneingeschränkte Hoheitsgewalt. Hier darf er eine Nutzungs-, Umwelt- und Naturschutzpolitik betreiben wie auf jedem anderen Teil seines Staatsgebietes auch.

Im Küstenmeer (territorial sea), dessen seewärtige Grenze höchsten 12sm von der Basislinie entfernt gezogen werden darf (Art. 4 SRÜ), hat der Küstenstaat – abgesehen vom Recht der anderen Staaten nach Art. 17 ff. SRÜ auf friedliche Durchfahrt (innocent passage) – die volle Souveränität. In der Nordsee hat die Bundesrepublik Deutschland ihr Küstenmeer per Proklamation der Bundesregierung vom 11.11.1994 [1] auf 12sm ausgeweitet. In der Ostsee wurde das Küstenmeer nicht überall bis zur seevölkerrechtlich zulässigen Grenze von 12sm ausgedehnt, um die Anwendung der Sondervorschriften des SRÜ zu Meerengen, die der internationalen Schifffahrt dienen (Art. 35 ff. SRÜ), zu vermeiden [2].


zurück zum Inhalt

Quellen:
[1] BGBl. 1994 I S. 3428.
[2] Näher Lagoni (Fn. 2), S. 256.