Arten



Der Steinbeißer

Der Steinbeißer (Cobitis taenia) ist eine nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschützte Fischart (EU-Code Nr. 1149). Der Schutz dieser Art macht eine Sicherung seines Lebensraumes im Rahmen des Netzes NATURA 2000 unverzichtbar.


Einordnung

Der Steinbeißer gehört zur Familie der Schmerlen (Cobitidae) in der Überordnung der Karpfenartigen.


Vorkommen

Dieser brackwassertolerante Süßwasserfisch ist in ganz Europa verbreitet mit Ausnahme des äußersten Nordens und Südens. Er bevorzugt klare Bäche, Seen und Ästuargebiete mit Sandgrund, kommt aber auch in den Lagunen der Ostsee (Bodden) vor.


Merkmale

Der Steinbeißer ist mit einer Durchschnittsgröße von nur 5–11cm ein kleiner Fisch. Er hat einen lang gestreckten, seitlich zusammengedrückten Körper mit sehr feinen Schuppen und einen kleinen Kopf mit 6 tastempfindlichen Barteln an der Oberlippe. Unter jedem Auge befindet sich ein aufrichtbarer Dorn, der gewöhnlich verborgen bleibt. Die Rückenseite hat eine gelbe Farbe und trägt dunkelbraune Flecken, Striche und Marmorierungen. Die Seiten sind bis zur Mitte sandfarben, der Bauch ist weißlich. Über den Körper verlaufen meist mehrere Längsstreifen, die aus dunklen Flecken gebildet werden. Der am meisten auffallende befindet sich unterhalb der Seitenlinie.


Fortbewegung

Dieser dämmerungs- und nachtaktive Fisch bewegt sich nur langsam und verbringt die meiste Zeit vergraben im Schlamm oder unter Algen.


Ernährung

Der Steinbeißer ernährt sich von kleinen, auf dem Grund lebenden Kleintieren und organischen Material. Bei der Nahrungssuche wird der Sand im Maul „durchgekaut“ und anschließend durch die Kiemenöffnungen wieder ausgestoßen. Daher hat dieser Fisch auch seinen Namen.


Fortpflanzung

Die Laichzeit findet von April-Oktober statt. Dann legen die Weibchen bis zu 300 Eier im Flachwasser auf Pflanzen und Algen ab.


Gefährdung

In den letzten 10 Jahren ist festgestellt worden, dass es sich beim Steinbeißer um ein Gemisch genetisch verschiedener Formen oder sogar Arten handelt, die morphologisch praktisch nicht unterscheidbar sind und deren Status, Beziehungen und Verbreitung noch nicht eindeutig geklärt sind, diese erhebliche Wissenslücke um den Status muss berücksichtigt werden [1].

Der Bestand des Steinbeißers ist gefährdet durch das Ausräumen oder Vernichten von Kleingewässern, die Verschlammung der Laichplätze und das Errichten von Querbauwerken in den Flüssen [2]. Deshalb ist für die Erhaltung dieser Fischart eine Ausweisung von Schutzgebieten im Rahmen des Netzes NATURA 2000 unverzichtbar.

Für den Steinbeißer finden sich geeignete Schutzgebiete in den Ästuargebieten sowie angrenzenden Seitengewässern und Gräben von Warnow, Recknitz und Oder, aber auch binnenwärts werden für diese Art weitere Schutzgebiete benötigt [3].


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Quellen:
[1] H. Winkler, A. Waterstraat, N. Hamann (Bearb.): Rote Liste der Rundmäuler, Süßwasser- und Wanderfische Mecklenburg-Vorpommerns, Schwerin 2002, S. 31.
[2] Ronald Fricke: Auswahl und Management mariner NATURA-2000-Gebiete für Fischarten im Anhang II der FFH-Richtlinie, in: Barbara Petersen, Ulf Hauke & Axel Ssymank (Bearb.): Der Schutz von Tier- und Pflanzenarten bei der Umsetzung der FFH-Richtlinie; Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Heft 68; Bundesamt für Naturschutz 2000; S. 113 ff. (118).
[3] Ronald Fricke: Auswahl und Management mariner NATURA-2000-Gebiete für Fischarten im Anhang II der FFH-Richtlinie, in: Barbara Petersen, Ulf Hauke & Axel Ssymank (Bearb.): Der Schutz von Tier- und Pflanzenarten bei der Umsetzung der FFH-Richtlinie; Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Heft 68; Bundesamt für Naturschutz 2000; S. 113 ff. (123).