Arten



Der Schweinswal

Der Schweinswal (Phocoena phocoena) ist ein nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschütztes Meeressäugetier (EU-Code Nr. 1351). Das hat zur Konsequenz, dass für diese Art besondere Schutzgebiete (BSG) für das Netz NATURA 2000 vorzuschlagen und dauerhaft zu sichern sind.

Für im Wasser lebende Tierarten wie der Schweinswal, der große Lebensräume beansprucht, werden solche marinen Lebensräume nur vorgeschlagen, wenn sich ein Raum klar abgrenzen lässt, der die für das Leben und die Fortpflanzung dieser Art ausschlaggebenden physischen und biologischen Elemente aufweist, siehe Art. 4 Abs. 1 S. 3 FFH-Richtlinie.

Zu den Vorschlagsgebieten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) siehe für die Nordsee Karte 1 „NATURA 2000 Schutzgebietsvorschläge nach der FFH-Richtlinie“ und für die Ostsee Karte 6 „NATURA 2000 Schutzgebietsvorschläge nach der FFH-Richtlinie.


Vorkommen

Die kleinen Wale findet man in fast allen europäischen Gewässern. In der Ostsee und im Mittelmeer sind sie jedoch nahezu ausgerottet. Die flachen Küstenbereiche, aber auch tiefere Schelfgebiete, Fjorde und Buchten gehören zu ihrem Lebensraum.


Merkmale

Der Schweinswal ist ein kleiner Wal von delphinartiger Gestalt. Er hat einen rundlichen Kopf, dem ein deutlich abgesetzter Schnabel fehlt. Der Rücken ist braun bis dunkelgrau, der Bauch ist weiß. Die Weibchen werden bis zu etwa 1,70m lang, die Männchen nur bis etwa 1,50m. Das durchschnittliche Körpergewicht liegt zwischen 40-60kg.

Schweinswale werden zu den eher scheuen Vertretern der Waltiere gezählt. Von den Menschen wurden sie sehr lange für Fische gehalten. Deshalb spricht man heute noch vom „Braunfisch“ und meint den Schweinswal. Auch unter dem Namen „Kleiner Tümmler“ kennt man ihn.


Abbildung 1: Schweinswal [1]


Lebensdauer

Schweinswale haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 9 Jahren.


Fortbewegung

Sie leben in kleinen Gruppen und schwimmen mit langsamen, als „rollend“ bezeichneten Bewegungen. Dabei springen sie nicht oft aus dem Wasser, was sie von anderen Delphinen unterscheidet.

Der Schweinswal kommt nur zum Atmen an die Wasseroberfläche. Er kann bis 6min maximal tauchen. Häufig sind seine Tauchgänge aber kürzer als 30sec.


Abbildung 2: Schweinswal an der Wasseroberfläche [2]


Ernährung

Er ernährt sich von Schwarmfischen wie Hering oder Makrele, aber auch Bodenfischen und Krebstieren. Mindestens 4kg Fisch täglich braucht ein Schweinswal.


Fortpflanzung

Jedes Jahr können die Weibchen ein Junges zur Welt bringen. Dieses ist mit einer Länge von 70-90cm schon halb so lang wie die Mutter und wiegt 5-9kg. Die Säugezeit ist mit 6-11 Monaten relativ lang. Während die Weibchen bereits wieder trächtig sind, säugen sie noch ihr schon geborenes Jungtier.


Gefährdung

Durch die Zerstörung ihrer Umwelt, die Überfischung ihrer Beutetiere, aber auch der hohen Todesrate in Fischereinetzen sind ihre Bestände stark bedroht.

Immer wieder stranden einzelne Exemplare. Das ist für einen Küstenbewohner eher ungewöhnlich. Deshalb geht man davon aus, dass es sich hierbei um kranke oder sehr alte Tiere handelt. Auch die Einwirkung lauter Unterwassergeräusche etwa durch Schiffe, Bohrplattformen, militärische Aktivitäten und seismische Untersuchungen beeinträchtigen die Ortung der Wale, wodurch es zum Stranden kommen kann.


Abbildung 3: Gestrandeter Schweinswal [2]


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Quellen:
[1] Foto: Bernd Lämmel, WWF
[2] "Meer und Museum", Band 17, Fische und Fischerei in Ost- und Nordsee, Schriftenreihe des Deutschen Meeresmuseums (DMM), 2003, Urheberrechte: Dr. Harald Benke vom DMM.