Arten



Der Rapfen

Der Rapfen (Aspius aspius) ist ein nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschützter Fisch (EU-Code Nr. 1130). Deshalb ist es notwendig, seinen Lebensraum zu sichern, um diese Art zu schützen.


Einordnung

Der Rapfen gehört zur Familie der Weißfische (Cyprinidae) innerhalb der Ordnung der Karpfenartigen.


Vorkommen

Er ist eine ureuropäische Fischart, die in Mittel- und Osteuropa vorkommt. Bei uns in der BRD ist diese Art in ihrem Vorkommen nur auf das unmittelbare Elbe- und Odermündungssystem beschränkt. Die westliche Verbreitungsgrenze bildet der Rhein. Man findet diese Fischart aber auch in Südskandinavien und den Brackwasserregionen der Ostsee. Hauptsächlich besiedelt er die Unterläufe und Ästuarien der Flüsse, weshalb für ihn Schutzgebietsausweisungen für die Bereiche der AWZ nicht erforderlich sein werden.


Merkmale

Der Rapfen hat eine tiefe, bis etwa zur Augenmitte reichende Maulspalte und ein stark oberständiges Maul. Sein Körper ist lang gestreckt und spindelförmig. Die Augen sind klein. Die Grundfärbung am Rücken ist dunkeloliv, die Seiten sind heller und haben eine glänzend gelbliche Farbe. Der Bauch ist silbrig. Die paarigen Flossen und die Afterflosse weisen meist eine rötliche Färbung auf. Der Rapfen erreicht eine durchschnittliche Größe von 50-60cm bei einem Gewicht von 2-3kg.


Ernährung

Ausgewachsene Rapfen ernähren sich von Fischen und zum Teil auch von kleinen Wasservögeln. Die Jungtiere fressen Krebstiere und Insektenlarven, aber auch fliegende Insekten.


Fortpflanzung

Die Laichzeit findet von April bis Juni statt. Zum Laichen wandert dieser Fisch flussaufwärts in die Nebenflüsse. Dort legt das Weibchen dann 50.000 bis 300.000 Eier ab. Die Geschlechtsreife wird im 4. bis 5. Lebensjahr erreicht.


Gefährdung

Auch wenn der Rapfen kein Objekt gezielter Befischung ist, war und bleibt er im Odermündungsbereich ständigem fischereilichen Druck ausgesetzt. Sowohl in der Elbe als auch im Oderhaff scheint die Art noch häufig zu sein, er fehlt jedoch in den kleinen Flusssystemen zwischen Oder und Elbe [1]. Als Ursachen für einen Bestandsrückgang sind u. a. Flussverbauungen, Kanalisierungen, Querbauwerke, aber auch die Beseitigung von Kiesbetten und die Verschlammung potentieller Laichplätze genauso wie die Gewässerverschmutzung durch Abwasserbelastungen zu nennen.

Deshalb werden für den Rapfen als marine Schutzgebiete die Ästuare von Elbe, Warnow, Recknitz (einschließlich angrenzende innere Boddengewässer) und Oder benötigt, binnenwärts sollten für diese Art weitere Schutzgebiete flussaufwärts ausgewiesen werden (durchgängig bis in die Mittelläufe der genannten Flüsse), wobei es für diese Art wichtig ist, dass kleinere, schnell fließende Nebenflüsse mit sauberem Sand- und Kiesgrund (Laichgewässer) durchgängig an die Hauptflüsse angeschlossen sind [2].


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Quellen:
[1] H. Winkler, A. Waterstraat, N. Hamann (Bearb.): Rote Liste der Rundmäuler, Süßwasser- und Wanderfische Mecklenburg-Vorpommerns, Schwerin 2002, S. 32.
[2] Ronald Fricke: Auswahl und Management mariner NATURA-2000-Gebiete für Fischarten im Anhang II der FFH-Richtlinie, in: Barbara Petersen, Ulf Hauke & Axel Ssymank (Bearb.): Der Schutz von Tier- und Pflanzenarten bei der Umsetzung der FFH-Richtlinie; Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Heft 68; Bundesamt für Naturschutz 2000; S. 113 ff. (121).