Arten



Der Maifisch

Der Maifisch (Alosa alosa) ist eine nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschützte Fischart (EU-Code Nr. 1102). Der Schutz dieser Art macht eine Sicherung seines Lebensraumes im Rahmen des Netzes NATURA 2000 unverzichtbar.


Einordnung

Der Maifisch gehört zur Ordnung der Heringsfische (Clupaidae). Maifische sind Schwarmfische.


Vorkommen

Dieser Fisch ist an der gesamten europäischen Küste, u. a. auch an der Nordsee verbreitet, jedoch existiert dort heute nur noch ein kleiner Restbestand. In der Ostsee wurde 1998 erstmals ein zweifelsfrei bestimmtes Exemplar nachgewiesen, nur wenig früher wurde ein Tier an der polnischen Ostseeküste gefangen [1]. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt eher an der westlichen Atlantikküste. Diese Art kommt hauptsächlich in küstennahen flachen Gewässern vor, aber auch in den Ästuarien der Flüsse.


Merkmale

Der Maifisch kann eine Länge von bis zu 70cm erreichen (siehe Abbildung 1). Sein Körper ist an den Seiten stark abgeflacht und mit großen, lichtreflektierenden, silbrigen Schuppen bedeckt.


Abbildung 1: Maifisch [2]


Lebensdauer

Er kann bis zu 11 Jahre alt werden.


Ernährung

Maifische ernähren sich von Plankton, welches sie mit Hilfe ihrer langen Kiemenbogenfortsätze aus dem Wasser filtern. Die Larven und Jungfische ernähren sich dagegen vornehmlich von kleinen Wirbellosen.


Fortpflanzung

Der Maifisch ist ein anadromer Wanderfisch, der zum Laichen von April bis Juni bis zu 800km die Flüsse hinaufwandert. Nach dem Ablaichen kehren die Fische ins Meer zurück. Die Jungtiere bleiben noch ein halbes bis ein Jahr im Süßwasser und wandern dann ebenfalls ins Meer. Die Laichreife wird im Alter von 6 - 10 Jahren erreicht.


Gefährdung

Der Bestand dieser Fischart ist aufgrund schwerer Störungen im marinen Lebensraum, auf den Wanderwegen und an den Laichplätzen stark zurückgegangen. Ursachen dafür sind Gewässerverschmutzung, Überfischung und die Absperrung von Flüssen sowie Staustufen, wodurch die Wanderwege zu den Laichplätzen unpassierbar werden. Daher ist eine Ausweisung von marinen und ästuaren NATURA-2000-Schutzgebieten für diese Art erforderlich.

Für den Maifisch sollten schwerpunktmäßig küstennahe Gebiete der deutschen Nordsee als Schutzgebiete eingerichtet werden, wobei die Ästuare der großen Flüsse (Ems, Weser, Elbe, Eider) und die angrenzenden Wattenmeergebiete und die Deutsche Bucht, aber auch die größeren Flussmündungen in der deutschen Ostsee (Schlei, Trave/Stepenitz, Warnow, Oder, Recknitz) und die Wanderwege zu den Laichplätzen (z.B. Oberrhein, mittlere Elbe) als geeignete Schutzgebiete in Betracht kommen. [3]


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Quellen:
[1] H. Winkler, A. Waterstraat, N. Hamann (Bearb.): Rote Liste der Rundmäuler, Süßwasser- und Wanderfische Mecklenburg-Vorpommerns, Schwerin 2002, S. 34.
[2] Foto: H. Schröder
[3] Ronald Fricke: Auswahl und Management mariner NATURA-2000-Gebiete für Fischarten im Anhang II der FFH-Richtlinie, in: Barbara Petersen, Ulf Hauke & Axel Ssymank (Bearb.): Der Schutz von Tier- und Pflanzenarten bei der Umsetzung der FFH-Richtlinie; Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Heft 68; Bundesamt für Naturschutz 2000; S. 113 ff. (121).