Arten



Der Große Tümmler

Der Große Tümmler (Tursiops truncatus) ist ein nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschütztes Meeressäugetier (EU-Code Nr. 1349). Deshalb sind für diese Art besondere Schutzgebiete (BSG) für das Netz NATURA 2000 vorzuschlagen und dauerhaft zu sichern.

Für im Wasser lebende Tierarten wie der Große Tümmler, der große Lebensräume beansprucht, werden solche marinen Lebensräume nur vorgeschlagen, wenn sich ein Raum klar abgrenzen lässt, der die für das Leben und die Fortpflanzung dieser Art ausschlaggebenden physischen und biologischen Elemente aufweist, siehe Art. 4 Abs. 1 S. 3 FFH-Richtlinie.


Einordnung

Die Großen Tümmler sind die bekanntesten Vertreter der Delfin-Familie (Delphinidae), auch weil sie am häufigsten von allen Walen in Delfinarien gehalten werden und in Filmen zu bewundern sind.


Vorkommen

Man findet sie weltweit in Küstenmeeren der gemäßigten und tropischen Zonen als auch auf hoher See und damit auch in den Ausschließlichen Wirtschaftszonen.


Merkmale

Die Grundfarbe des Großen Tümmlers ist grau, wobei der Bauch und die Unterseite des Schnabels sehr hell sind. Auf dem Rücken verläuft dagegen vom Kopf bis hinter die Finne ein dunkles „Cape“. Große Tümmler sind besonders an ihrer auffälligen, sichelförmigen und dunklen Rückenfinne zu erkennen.

Diese Tierart hat einen kräftigen Körperbau, eine breite, hohe Rückenflosse und eine kurze, breite Schnauze. Der Unterkiefer ragt etwas über den Oberkiefer hinaus. Dadurch entsteht zusammen mit der geschwungenen Mundlinie das für Delfine so charakteristische „Lächeln“. Der Große Tümmler kann 1,90–3,90m groß werden und ein Gewicht zwischen 150–650kg erreichen.

Der Meeressäuger ist ein sehr aktives und hochintelligentes Tier.

Große Tümmler sind sehr soziale Tiere. Sie sind sehr kooperativ und hegen einen engen Kontakt miteinander. Vor allem vor der Paarung liebkosen sich die Tümmler. Diese Delfinart lebt selten einzeln, eher in Gruppen, den so genannten Delfinschulen, deren Größe von 2 Tieren bis zu mehr als 1000 reichen kann.


Abbildung 1: Gruppe von Großen Tümmlern [1]


Abbildung 2: Die markanten Kratzer, Narben und Kerben einer Rückenflosse sind wichtige Kriterien für die Photo-Identifikation der Großen Tümmler. [1]


Lebensdauer

Diese Tiere können über 30 Jahre alt werden.


Fortbewegung

Man kann ihn oft beim Bugwellenreiten, Surfen, Springen und Flukeschlagen beobachten. Große Tümmler können mehrere Meter hoch springen, aber auch etwa 600m tief tauchen. Da sie jedoch Lungenatmer sind, müssen sie immer wieder auftauchen.


Abbildung 3: Großer Tümmler beim Springen [2]


Abbildung 4: Großer Tümmler beim Bugwellenreiten [3]


Ernährung

Die Nahrung dieser Säuger besteht aus Fischen, Krill, Krebsen und Tintenfischen, welche sie hauptsächlich am Boden flacher Gewässer jagen und über ein Sonarsystem finden.


Fortpflanzung

Fortpflanzung und Geburt erfolgen im Wasser. Nach einer Tragezeit von etwa 12 Monaten wird das Jungtier mit einer Körperlänge von 85–130cm und einem Gewicht zwischen 15–30kg geboren. Das Jungtier wird meist mit dem Schwanz zuerst geboren. Zwei andere Weibchen helfen der Mutter bei der Geburt und geleiten das Junge zum ersten Atemzug an die Wasseroberfläche. Die Weibchen säugen das Jungtier etwa ein Jahr lang.


Gefährdung

Große Tümmler sind zwar nicht global bedroht. Ihr weltweiter Bestand wird auf 10–12 Millionen Tiere geschätzt. Jedoch kommen sie in einigen Regionen nur noch selten oder überhaupt nicht vor, so dass effiziente Schutzmaßnahmen erforderlich sind, um den Bestand in diesen Regionen zu sichern. In der Nordsee ist die Große-Tümmler-Population im Moray Firth, dem großen Meeresarm an der Nordostküste Schottlands, die letzte residente Population dieser Delfinart. Wissenschaftliche Daten von den Forschern der WDCS (Whale and Dolphin Conservation Society) und anderen Instituten belegen, dass diese Population vom Aussterben bedroht ist. Ursachen dafür sind das verstärkte Auftreten von Hautkrankheiten, die zunehmende Meeresverschmutzung, teilweise Überfischung und damit einhergehende Nahrungsknappheit, aber auch die rasch wachsende Wal- und Delfinbeobachtungsindustrie, Lärmbelästigungen durch den zunehmenden Schiffsverkehr und Lebensraumverlust durch Bohrungen nach Öl und Gas wirken negativ auf den Bestand ein. In anderen Regionen sind sie gefährdet durch die direkte Jagd nach ihnen oder sie verenden als Beifang in den Stellnetzen der Fischer. Da es auch einen Absatzmarkt für Delfinfleisch gibt, erklärt sich, dass die Delfine auch dann nicht frei gelassen werden, wenn sie noch leben.


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Quellen:
[1] Universität Aberdeen
[2] Charlie Phillips
[3] WDCS (Whale and Dolphin Conservation Society)