Arten



Die Finte

Die Finte (Alosa fallax) ist eine nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschützte Fischart (EU-Code Nr. 1103).


Einordnung

Die Finte gehört zur Ordnung der Heringsfische (Clupeidae) ebenso wie der Maifisch.
Diese Tiere sind Schwarmfische.


Vorkommen

Finten sind in den europäischen Küstengebieten des Mittelmeeres, Atlantiks, der Nord- und Ostsee verbreitet, halten sich aber auch in den Ästuarien der unteren Flussgebiete auf. Sie wandern innerhalb küstennaher Gewässer und im Brackwasser, so dass die AWZ nur geringe Bedeutung für die Finte haben dürfte. In Mecklenburg-Vorpommern galt sie bisher als ausgestorben, seit 1995 ist sie aber wieder regelmäßig an der Ostseeaußenküste und vereinzelt im deutschen Teil des Stettiner Haffs nachgewiesen worden [1].


Merkmale

Sie haben einen lang gestreckten Körper und einen kegelförmigen Kopf mit vergleichsweise großen Augen. Ihre Grundfärbung ist blaugrün bis stahlblau mit hellen silbrigen Bauchseiten. Wesentliche Merkmale der Finte sind die dunklen Flecken auf der unteren Rückenpartie. Hinter dem oberen Teil des Kiemendeckels befindet sich auch ein schwarzer Fleck. Die durchschnittliche Größe der Finte liegt bei 35-40cm und sie erreicht ein Durchschnittsgewicht von bis zu 2kg.

Die Finte hat große Ähnlichkeit mit dem Maifisch. Sie unterscheiden sich durch die Anzahl der Flecken und in der Zahl der Reusenfortsätze auf dem ersten Kiemenbogen, bei der Finte sind es 40 bis 60, beim Maifisch 80 bis 130.


Lebensdauer

Diese Fische können etwa 8 bis 10 Jahre alt werden.


Ernährung

Finten ernähren sich von Insekten und Würmern, aber auch von kleinen Fischen und Krebstieren.


Fortpflanzung

Die Laichzeit findet im Frühjahr statt. Die Laichreife erreicht die Finte im Alter von 2 bis zu 6 Jahren. Zum Laichen wandern diese Fische flussaufwärts. Nachdem die Weibchen ca. 100.000 bis 200.000 Eier abgegeben haben, wandern die Finten wieder zurück ins Meer. Die Jungfische ziehen im Herbst ebenfalls ins Meer.


Gefährdung

Die Finte wird als stark gefährdet eingestuft. Ursachen für den erheblichen Bestandsrückgang sind die zunehmende Wasserverschmutzung, Fischerei, die Eutrophierung des Lebensraumes - d.h. die Zunahme von Nährstoffen in Gewässern, die zu unerwünschtem Wucher bestimmter Pflanzenarten führt - und Wasserbaumaßnahmen. Aber auch die Wanderungen zu den Laichplätzen, die zu dem Überleben der Art notwendig sind, sind durch den wasserwirtschaftlichen Ausbau von Fließgewässern im Nordseeeinzugsbereich stark erschwert.

Die Finte benötigt als marine Schutzgebiete die gesamten Ästuare der größeren deutschen Flüsse (Laichgebiete, Larval- und Jungfischlebensräume) sowie die angrenzenden Wattenmeergebiete und küstennahen Bereiche der Deutschen Bucht, in denen sich die Adulttiere außerhalb der Wanderzeit aufhalten, binnenwärts werden für die Finte keine weiteren Flussgebiete benötigt, da die Laichgebiete bereits im Ästuarbereich liegen [2].


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Quellen:
[1] H. Winkler, A. Waterstraat, N. Hamann (Bearb.): Rote Liste der Rundmäuler, Süßwasser- und Wanderfische Mecklenburg-Vorpommerns, Schwerin 2002, S. 16.
[2] Ronald Fricke: Auswahl und Management mariner NATURA-2000-Gebiete für Fischarten im Anhang II der FFH-Richtlinie, in: Barbara Petersen, Ulf Hauke & Axel Ssymank (Bearb.): Der Schutz von Tier- und Pflanzenarten bei der Umsetzung der FFH-Richtlinie; Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Heft 68; Bundesamt für Naturschutz 2000; S. 113 ff. (121).