Bonner Übereinkommen



Inhalt

Das Übereinkommen vom 23.6.1979 zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten [1] (Bonner Konvention) verpflichtet jene Vertragsparteien, die Arealstaaten einer wandernden, in Anhang I der Bonner Konvention enthaltenen Art sind, sich zu bemühen,

„jene Lebensstätten zu erhalten und, wo durchführbar und zweckmäßig, wiederherzustellen, die von Bedeutung sind, um die Art vor der Gefahr des Aussterbens zu bewahren“ (Art. III Abs. 4 lit. a) CMS).

Vertragsparteien, die Arealstaaten von in Anhang II der Bonner Konvention aufgeführten Arten sind, bemühen sich, Abkommen zum Wohle dieser Arten zu schließen, die unter anderem die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Lebensstätten, die für eine günstige Erhaltungssituation von Bedeutung sind, und den Schutz dieser Lebensstätten vor Störungen vorsehen (Art. IV Abs. 3 in Verbindung mit Art. V Abs. 5 lit. e) CMS). Die „Erhaltungssituation“ einer wandernden Art ist die Gesamtheit der auf diese Art einwirkenden Einflüsse, die ihre langfristige Verbreitung und Populationsgröße beeinflussen können (Art. I Abs. 1 lit. b) CMS). Die langfristige Behauptung der Art als lebensfähiger Bestandteil ihrer Ökosysteme wird als Bedingung für eine „günstige Erhaltungssituation“ genannt, Art. 1 lit. c) und d) CMS, wo sich weitere Bedingungen finden, damit die Erhaltungssituation als „günstig“ gilt. Das bedeutet, dass die Abkommen, die zur Erhaltung und Wiederherstellung der Lebensstätten der wandernden wildlebenden Tierarten geschlossen werden, im Interesse der Schaffung einer günstigen Erhaltungssituation ökosystemare Gesetzmäßigkeiten zu berücksichtigen haben.



Quellen:
[1] BGBl. 1984 II S. 569; engl.: Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals (CMS); hierzu ausführlich S. Lyster, International Wildlife Law, An analysis of international treaties concerned with the conservation of wildlife, Cambridge, New York, Melbourne 1994, S. 278 ff.